Der Passgang

Was ist der Passgang?

 

In der physiologischen Fußfolge des Schritts wird jede Gliedmaße nacheinander vorwärtsbewegt und gleichmäßig belastet, was zu einer S-förmigen Bewegung der Wirbelsäule von der Schulter bis zur Hüfte führt.

 

Beim Pass schwingen beide Gliedmaßen einer Körperseite nach vorne, während die andere Seite das Gewicht trägt. Der Gang nimmt durch den Wechsel des Körperschwerpunkts eine Pendelbewegung an.

 

Weist der Passgang immer auf ein Problem oder eine Erkrankung hin?

 

Beim Wechsel vom Schritt in den Trab sind einige Passschritte völlig normal. Meist fallen sie dem Besitzer aber gar nicht auf, da dieser Übergang wirklich nur sehr kurz ist.

 

Grundsätzlich ist der Passgang aber als unphysiologisch zu betrachten. Da er auch als „Energiespar“-Gang gilt, nutzen manche Hunde ihn auf weiteren Distanzen, um sich und ihre Gelenke zu schonen (=> Schonhaltung aufgrund Überbelastung).

 

Die Zahl derer, die von Geburt an im Pass laufen und bei denen kein gesundheitliches Problem erkennbar(!) ist, hält sich mit unter 10 % aller Passläufer sehr gering. Meist handelt es sich hier um Labrador Retriever, weswegen man von einer Rassedisposition ausgehen kann

 

Zeigt Ihr Hund den Passgang, gilt es auf Ursachenforschung zu gehen. Bei über 75% der „passenden“ Hunde sind Schmerzen aufgrund von Gelenk- oder Wirbelsäulenproblemen, wie Arthrose, Spondylose, HD, etc. ausschlaggebend für diesen Schongang.

 

Aber auch das Alter, Übergewicht oder Erkrankungen der inneren Organe (Magen, Bauchspeicheldrüse) sind mögliche Ursachen hierfür, ebenso wie neurologische Störungen, die durch Bandscheibenvorfälle oder Tumore im Gehirn auftreten können.

 

Mein Hund läuft im Pass – und jetzt?

 

Der Passgang ist oft Thema in meinen Gangbildanalysen. Vielen Besitzern ist er vorher noch gar nicht bewusst aufgefallen und so können Sie auch keine Auskunft dazu geben, wie lange der Hund schon so läuft. Nachdem ich u. a. die Beweglichkeit und Schmerzhaftigkeit der Gelenke und Wirbelsäule untersucht habe, kann ich meist schon eine Einschätzung geben und verweise ggf. die Besitzer zum Röntgen an den Tierarzt. In der Regel bekommen Sie hier Diagnosen, die den Bewegungsapparat betreffen. Sollte das Röntgenbild nicht aussagekräftig (genug) sein, wird der Tierarzt weitere Untersuchungen empfehlen, z. B. MRT, CT, Blutbild, usw.

 

Kann man den Passgang therapieren?

 

Sollten krankhafte innere Organe oder Tumore ursächlich für den Passgang sein, sollte dies unbedingt vom Tierarzt oder auch Tierheilpraktiker behandelt werden.

 

Liegt das Problem allerdings am Bewegungsapparat, kommen die Besitzer mit den tierärztlichen Diagnosen und Röntgenbildern zu mir. Zusammen besprechen wir, welche Ziele erreicht werden sollen und erstellen einen Therapieplan.

 

Kurzfristig gesehen hat die Schmerzreduktion höchste Priorität! Auf langfristige Sicht gesehen, wollen wir die Schonhaltung abtrainieren und den physiologischen Bewegungsablauf wieder herstellen. Hierbei ist die Gangbildschulung durch Propriozeptions- und Koordinationstraining sehr wichtig, um die abgespeicherten (falschen!) Bewegungsabläufe im Gehirn durch gesunde Schrittfolgen zu ersetzen.

 

Mit konstanter Physiotherapie und zuverlässiger Mitarbeit des Besitzers, kann der Hund sein normales und schmerzfreies Gangbild wieder erlangen.