Die Gangbildanalyse

Ein wichtiger Bestandteil einer jeden Befundaufnahme ist die Gangbildanalyse (GBA). Sie gibt dem Therapeuten Infos über Be- und Entlastung, Schmerzen, Lahmheiten oder Schonhaltungen.

 

Aber wie funktioniert so eine Gangbildanalyse eigentlich genau?

 

Bei Pferden gestaltet sich die GBA einfacherer, da diese das Longieren in einem gleichbleibenden Tempo gewohnt sind und die Gangarten in der Regel auf Kommando abgerufen werden können.

 

Bei Hunden ist die Umsetzung meist etwas schwieriger. Dies fängt schon bei den unterschiedlichen Rassen an, die einfach aufgrund ihres Exterieur die Gangarten verschieden ausführen. Bei kleinen langhaarigen Hunden ist es manchmal schwierig die Fußfolge eindeutig zu erkennen. Katzen und Kleintiere stellen da wieder eine ganz besondere Herausforderung dar und man muss etwas tricksen.

 

Ideralerweise geht der Hund mit Blick nach vorne gerichtet, neben seinem Besitzer - und zwar so langsam wie möglich. Erfahrungsgemäß gelingt dies nur bei den wenigsten Hunden, zum Einen weil der Hund dieses langsame Tempo nicht gewohnt ist, bzw. in Erwartungshaltung zu seinem Besitzer heraufschaut und zum Anderen, weil der meist euphorische Halter gleich losspurtet und seinen Hund zum Laufen animiert. 

 

Allerdings erhält man aus der Gangart "Schritt" die meisten Informationen über Schonhaltungen und Entlastungen, da die einzelnen Gliedmaßen gezielt und allein durch Muskelkraft bewegt und belastet werden müssen. Beim Trab und Galopp kommt dem Tier der "Schwung" zugute, sodass die einzelnen Gliedmaßen, nicht voll belastet werden (müssen). 

 

Da das Tier meistens die Gangart wählt, die es am angenehmsten empfindet (meist der Passgang), erkennen viele Besitzer erst recht spät, wenn etwas nicht stimmt - und zwar dann, wenn auch im Trab oder Galopp eine sichtbare Lahmheit zu erkennen ist.

 

Worauf achtet der Therapeut bei der GBA?

 

Das Tier wird von verschiedenen Perspektiven beobachtet, um die Bewegung jede Gliedmaße und auch den Seitenvergleich zu sehen. Wenn möglich, werden alle Gangarten abgefragt.

 

Geachtet wird unter Anderem auf:

 

- Stellung der einzelnen Gelenke

- Kopf-/Hals und Schweif-/Rutenhaltung

- Schwingung der Wirbelsäule / Rückenlinie

- Fußfolge / Schrittlänge / Gangzyklen

- Bewegungswilligkeit

- Zusatzbewegungen (Kopfnicken, Twist)

- Schleifen des Fußes, Durchtrittigkeit, Fußung

- Passgang, Diagonallaufen, Außen- oder Innenrotationen

- neurologische Auffälligkeiten

- ...

 

Die Beurteilung des Gangbildes erfolgt gemeinsam mit dem Besitzer, denn mir ist es wichtig, dass der Halter die Problematik auch erkennt und versteht.